Geschichte:
Das Ferrera- und Aversertal ist ein von Nord nach Süd verlaufendes Tal zwischen den überregional wichtigen Alpenpässen Julier und Septimer im Osten und Splügen im Westen. Die Zugänglichkeit von Norden her war schwierig und auch von Süden nur über höher gelegene Übergänge möglich. Das führte dazu, dass der südliche Teil im frühen Mittelalter von den Walsern besiedelt wurde. Lange Zeit war das Aversertal nur mühsam über schmale Saumwege erreichbar. Besonders vom hinteren Avers wurde deshalb über den Septimer-, den Duan-, den Prasignolapass und den Madrisberg mit Italien Handel betrieben.
Im Jahre 1889 wurde beim Kanton entschieden, den Bau einer Strasse nach Avers-Cresta zu finanzieren. Dieses sehr kostspielige Projekt wurde 1895 vollendet. Es mussten dabei etliche sehr anspruchsvolle topographische Hindernisse bewältigt werden. Um Kosten einzusparen, baute man die Strasse möglichst kurz und direkt, wobei einige für den Verkehr zu steile Abschnitte entstanden. Dies erschwerte die Durchfahrt vor allem bei Schnee und Eis. Die Strasse hat eine Länge von ca. 20 km und überwand 1,000 Höhenmeter.
Während des Kraftwerkbaus im Valle di Lei (zwischen 1957 und 1963) wurde die Averserstrasse ausgebaut. An manchen Stellen wurde sie verbreitert, teilweise wich man aber auch von der alten Strasse ab. Der alten Averserstrasse wurde dabei keinerlei Respekt entgegengebracht. Sie wurde nicht nur dem Zahn der Zeit ausgesetzt, sondern auch als Mülldeponie missbraucht. Nur wenige Teilstrecken blieben erhalten.
Einige kulturgeschichtlich interessierte Leute um den engagierten Forstingenieur Oskar Hugentobler aus Andeer und die Einheimischen Bruno Loi und Valentin Luzi aus dem Avers initiierten die Gründung des Vereins «Alte Averser-Strasse» zur Rettung des historischen Wegs und die Erschliessung einer durchgehenden Verbindung mit einem Wanderweg. Im Jahre 2000 war es so weit, der Verein wurde gegründet und die Arbeit konnte beginnen.
Unser Ziel: den historischen Wert sichtbar machen und zu einem respektvollen Erleben auf dem originalen Trassee einladen.
Zielsetzungen
Der Verein engagiert sich in der
• Förderung des Bewusstseins für den Wert und die Erhaltungswürdigkeit der um 1895 gebauten Strasse und der dazugehörigen Schutzbauten.
• Sicherung und Renovation der kulturell wertvollen Kunstbauten, welche um 1895 beim Bau der Strasse zwischen der Roflaschlucht und Avers-Juf erstellt worden sind.
• Verbindung der historischen Strassenstrecken mit einem durchgehenden Wanderweg ausserhalb der Autostrasse.
• Förderung der Verwendung der historischen Strasse als Wanderroute.
• Förderung des Bewusstseins für den Wert und die Erhaltungswürdigkeit der um 1895 gebauten Strasse und der dazugehörigen Schutzbauten.
• Sicherung und Renovation der kulturell wertvollen Kunstbauten, welche um 1895 beim Bau der Strasse zwischen der Roflaschlucht und Avers-Juf erstellt worden sind.
• Verbindung der historischen Strassenstrecken mit einem durchgehenden Wanderweg ausserhalb der Autostrasse.
• Förderung der Verwendung der historischen Strasse als Wanderroute.
In den letzten 20 Jahren konnte der historische Weg gesichert und mit einem durchgehenden Wanderweg erschlossen werden.
Die «alte Averserstrasse» ist als Ganzes ein Kulturobjekt von nationaler Bedeutung und steht unter dem Schutz der Eidgenossenschaft und des Kantons Graubünden. Besondere Kunstbauten sind verschiedene Natursteinbogenbrücken, Natursteinmauern, Natursteingeländersäulen, Tombini (Wasserdurchlässe), Brüstungsmauern mit Bogenfenstern und Lawinenverbauungen mit Natursteinmauern.
Finanzierung
Die Finanzierung des Unterhalts der Strasse und des Wanderwegs erfolgt durch Beiträge der Vereinsmitglieder und der drei Standortgemeinden Andeer, Ferrera und Avers.
Erhaltungsmassnahmen und grössere Projekte werden sorgfältig geplant und mit Fachstellen von Bund, Kanton und Gemeinden geprüft. Die Kosten solcher Projekte übersteigen die jährlichen Unterhaltskosten deutlich und werden deshalb über eigene Budgets durch Sponsoren-, Gönner- und Spenderbeiträge gedeckt.
Gönner haben zudem die Möglichkeit zum Erwerb einer persönlichen Steinsäule. Mit CHF 500.- können Sie sich eine solche Säule erwerben oder mit einem mehrfachen davon auch einen Zaunabschnitt. Bei der Restauration von historischen Strassenabschnitten werden klassische Steinsäulen nach altem Vorbild verbaut und nach Erwerb mit einem diskret angebrachten Nummernschild versehen. Erwerber einer Steinsäule erhalten zudem eine ca. 10 cm grosse Nachbildung aus Andeerer Granit zur Erinnerung, und für zwei oder mehrere Steinsäulen eine kleine Nachbildung als Zaunabschnitt.
Erhaltungsmassnahmen und grössere Projekte werden sorgfältig geplant und mit Fachstellen von Bund, Kanton und Gemeinden geprüft. Die Kosten solcher Projekte übersteigen die jährlichen Unterhaltskosten deutlich und werden deshalb über eigene Budgets durch Sponsoren-, Gönner- und Spenderbeiträge gedeckt.
Gönner haben zudem die Möglichkeit zum Erwerb einer persönlichen Steinsäule. Mit CHF 500.- können Sie sich eine solche Säule erwerben oder mit einem mehrfachen davon auch einen Zaunabschnitt. Bei der Restauration von historischen Strassenabschnitten werden klassische Steinsäulen nach altem Vorbild verbaut und nach Erwerb mit einem diskret angebrachten Nummernschild versehen. Erwerber einer Steinsäule erhalten zudem eine ca. 10 cm grosse Nachbildung aus Andeerer Granit zur Erinnerung, und für zwei oder mehrere Steinsäulen eine kleine Nachbildung als Zaunabschnitt.

Der Bau startete 1895 unter schwierigen topografischen und klimatischen Bedingungen. Mit einfachsten Mitteln wurden Felsen abgetragen, Hänge gesichert und Bachläufe gequert. Typisch sind die sorgfältig gesetzten Trockenmauern, die der Strasse Stabilität geben und Wasser gezielt ableiten. Die Spurbreite und die Radien orientierten sich an Fuhrwerken; noch heute sind Einschnitte, Brücken und Entwässerungsdetails auf dem Wanderweg gut erkennbar.
Die Strasse stärkte Wirtschaft und Alltag im Avers: Marktzugang, Postverkehr, Schulwege und medizinische Versorgung wurden verlässlicher. Sie verband Weiler, öffnete saisonale Arbeitsmöglichkeiten und prägte das Selbstverständnis des Tales. Mit dem Aufkommen des motorisierten Verkehrs verlor das ursprüngliche Trassee an Bedeutung – sein kultureller Wert blieb jedoch bestehen und wird heute als Teil des Wandererlebnisses neu erfahrbar.
Weiterlesen im Blog
Mit neuen Trassen und Tunnels verlor die alte Linienführung ihre Verkehrsfunktion. Als Wanderweg bewahrt sie jedoch Bauzeugnisse und Landschaftsbezüge. Erosion, Frostsprengung und Wasser fordern laufenden Unterhalt: Mauerkronen setzen, Rinnen freilegen, Stege erneuern. Der Verein koordiniert Einsätze und sensibilisiert für schonende Nutzung – damit die historische Substanz erlebbar bleibt.
- Gemeindearchiv und zeitgenössische Bauakten (Auswahl)
- Historische Kartenwerke und Luftbilder (Swisstopo)
- Fachliteratur zur alpinen Strassenbaugeschichte
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